Spannung bis zum Schluss

Spannend, mitreißend und exzellent gespielt: Die Premiere von "Warte, bis es dunkel wird" der Besigheimer Studiobühne am Wochenende war durchweg gelungen. Das Publikum war schnell gewonnen.

BETTINA NOWAKOWSKI | 24.02.2014

Fast zwei Stunden Hochspannung auf der Bühne im Besigheimer Steinhauskeller: Frederick Knotts Theaterstück "Wait Until Dark" ("Warte, bis es dunkel wird"), das 1967 mit der dafür Oscar nominierten Audrey Hepburn in der Hauptrolle verfilmt wurde, ist ein Klassiker seines Genres und hat nichts an seiner mitreißenden Wirkung verloren. Das bewies eindrucksvoll das Ensemble der Besigheimer Studiobühne bei der Premiere des Stücks am Samstagabend. Der Steinhauskeller bot das perfekte Ambiente für die beklemmende Story. Eine gekonnte Lichtregie und ein gelungenes Bühnenbild ließen die Zuschauer förmlich direkt in das Geschehen eintauchen.

Im Mittelpunkt des Thrillers steht Susy Hendrix, die bei einem Autounfall erblindete Frau des Fotografen Sam Hendrix. Dieser bringt von einer Reise eine Puppe mit, die ihm eine fremde Frau gegeben hat. Als sie die Puppe bei ihm abholen will, ist diese verschwunden. Die Frau wird ermordet, denn die Gangster Mike, Harry und Carlino wollen diese Puppe, die mit Heroin gefüllt ist, in ihren Besitz bringen. Unter einem Vorwand locken sie Sam aus dem Haus und versuchen über Susy an die Puppe zu kommen. Mike erschleicht sich Susys Vertrauen, und es beginnt ein scheinbar undurchschaubares Täuschungsspiel. Doch Susy schöpft Verdacht. Mithilfe der Nachbarstochter Gloria dreht sie den Spieß um, ergreift Maßnahmen zu ihrer Verteidigung, die in einem rasanten Kampf auf Leben und Tod mit dem psychopathischen Harry Roat gipfeln.

Vor allem das authentische und grandiose Spiel von Claudia Lindenmann als blinde Susy zog die Zuschauer in Besigheim in ihren Bann. Mit starrem Blick und tastenden Bewegungen verkörperte sie das Blindsein absolut perfekt. Auch ihre Bemühungen, ihr Leben in den Griff zu bekommen, ihre Abhängigkeit von der Hilfe der Nachbarstochter Gloria (von Ramona Karst mit gekonnter Schnoddrigkeit dargestellt) und ihre Todesangst wirkten absolut glaubwürdig.

Armin Gosch verkörperte den Gangster Mike Talman in einer gelungenen Mischung aus guter und böser Junge. Sehr überzeugend auch Achim Enchelmaier als psychopathischer Mörder Harry Roat, der sich zum finalen Höhepunkt in seiner Rolle steigerte. Mit Michael Rahms als Sergeant Carlino und Christoph Konkol als Sam Hendrix sind die Parts ebenfalls gut besetzt worden. "Das ist alles absolut spannend, man fiebert richtig mit, toll gespielt", so eine Zuschauerreaktionen. Eine exzellente Inszenierung, die dank brillanter Besetzung und wirkungsvoller Umsetzung für Spannung bis zum Schluss sorgte.