Igor Bauersima ist ein Schweizer Dramatiker und Regisseur. Das Stück norway.today basiert auf einer wahren Begebenheit, auf die der Autor durch eine Zeitungsnotiz im Spiegel aufmerksam wurde: „Ein 24-jähriger Norweger sucht per Internet jemanden für den gemeinsamen Selbstmord. Bereits zehn Tage später springt er mit einer jungen Österreicherin vom norwegischen Prekestolen-Felsen in den 600 m tiefen Abgrund.“

2001 erhielt das Stück im Rahmen der Mülheimer Theatertage die Publikumsstimme, Bauersima wurde in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute zum deutschen Nachwuchsautor des Jahres 2001 gewählt und mit dem Berner Buchpreis ausgezeichnet. no(r)way.today war in den Jahren 2003 und 2004 meistinszeniertes Stück auf deutschen Bühnen, wurde in über zwanzig Sprachen übersetzt und an über hundert Theatern weltweit gespielt.

 Mitwirkende:

Julie:                Maxi Widmayer

August:            Silas Körner

Performer:         Hans Peter Hägele, Karlotta Hochhuth, Julia Joos, Ramona Karst, Rudi Klein, Christoph Konkol, Claudia Lindenmann, Anna Maksimova, Florian Nägele, Michael Rothfuß, Meliha Tökmel, Nilberk Yurdu, Emily Zundel

Regie:              Daniel Neumann

Assistenz:        Anna Maksimova

Technik:           Bernd Beinroth, Uwe Staudacher

Video:              Daniel Neumann

Print:                Claudia Enchelmaier

Über die Performance:

Eine Besonderheit der Inszenierung der Studiobühne zeigt sich in dem Einsatz der Performer, die allgegenwärtig den Geschehnissen auf der Bühne folgen, und indirekt in die Handlung eingreifen.

Wir leben in einer Zeit, in der fast jeder, aber vor allem unsere Jugend in zwei Welten lebt. Zum einen ist da das „Reallife“, zum anderen ist da noch die virtuelle Welt. Das Internet begleitet uns wo immer wir auch sind. Fast jeder Zweite zwischen 12 Jahren und 19 Jahren besitzt mittlerweile ein Smartphone und benutzt es täglich, wie aus den in Stuttgart veröffentlichten ersten Ergebnissen der JIM-Studie 2012 ("Jugend, Information, (Multi-)Media") des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest hervorgeht.

Facebook, Twitter, Google+ sind nur einige wenige der verschiedenen Sozialen Netzwerke in denen sich die Menschen heute bewegen, vernetzen und ihre Belanglosigkeiten zur Meldung bringen. Doch das Internet vergisst nicht. Der „gläserne Mensch“ ist die Folge, Goerge Orwells „1984“ in Teilen längst Realität.

Die Performer auf der Bühne stellen genau dies da. Schatten aus Bits und Bytes, die allgegenwärtig sind, uns beobachten, studieren, abonnieren, liken und kommentieren. Der neue Voyeurismus. Wir können uns nicht mehr verstecken, wir sind ein Eintrag an unserer Facebook-Chronik, ein Suchergebnis bei Google.