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Freitagnacht.

Ein Schrei. „Da ist ein Baby!“

So beginnt eine Geschichte in einem Schnellrestaurant in einer mittelgroßen Stadt. Die Mitarbeiter der Fast Food Filiale sind in der Zwickmühle. Was sollen sie tun mit dem alleingelassenen Neugeborenen? Wie ist es überhaupt in das Restaurant gekommen? Und wer sind seine Eltern? Schnell wird man sich einig: Das Baby muss etwas mit der Roma-Frau zu tun haben, die kurz vor Schluss noch im Lokal war...

Aus dieser Ausgangssituation entspringt die Geschichte des Stückes - eine Geschichte, die eigentlich keine ist, denn hier wird nicht nacherzählt, hier wird vielmehr konstruiert und rekonstruiert.

Im Zentrum dieser Annäherung, die durch fünf Spieler/innen realisiert wird, steht eine junge Frau, nennen wir sie Blanca. Es ist die Frau aus dem unbekannten Land, die Frau mit den vielen Sprachen, die Bulgarin, die Kroatin, die Romni, die Nicht-Deutsche - ganz wie es uns gefällt - oder die Missbrauchte, die Täterin, die Kluge, die Naive, die Ausgebeutete…

Wir begleiten Blanca auf ihrer Odysee durch ihr neues „Heimatland“. Dabei werden wir konfrontiert mit den Überlebensstrategien von Menschen, die sich durchbeißen und erfahren gleichzeitig viel über uns selbst und die gesellschaftlichen Werte, Zuschreibungen und sozialen Rollen und Vorurteile, die wir, meist ohne sie zu hinterfragen, ständig zuordnen und verinnerlicht haben.

Drei Schauspieler wagen das Unmögliche – sie zeigen sämtliche Werke Shakespeares. Dies erfordert höchste Disziplin der Akteure sowohl auf als auch hinter der Bühne. Mit 66 Kostümwechseln und über 50 Requisiten entsteht hier eine wahre Materialschlacht. Sie sehen, was Sie schon immer von Shakespeare sehen wollen, Sie werden erfahren, was Sie über Shakespeare wissen müssen und lernen, wie Sie mit Shakespeares Texten umzugehen haben! Egal ob Komödie, Tragödie, Drama – bei dieser Inszenierung werden alle fünf Sinne berührt: Wahnsinn, Unsinn, Irrsinn, Blödsinn und vor allem natürlich Frohsinn!

Presseartikel : HIER

 

Shakespeares Komödien sind ja nie einfach nur gut funktionierende, raffiniert gebaute Verwirrungsmaschinen. Sie sind auch immer Erzählungen von der Unmöglichkeit der Liebe, von der Lächerlichkeit des Menschseins, sie sind große, groteske Geschichten über die komische Vergeblichkeit.

Auch "Viel Lärm um nichts" ist ein solches Stück, das uns vor dem Hintergrund der Geschichte über ungleiche Liebende tief in die Seelen der Figuren blicken lässt, also auch in die tiefen Abgründe, die dort verborgen liegen. Wenn hier der Bruder den Bruder hasst; wenn hier zwei Menschen wie Benedikt und Beatrice gegen ihre Neigung zu einem Paar gemacht werden, weil die Gesellschaft es sich so ausgedacht hat; wenn hier die beiden größten Hornochsen von Nachtwächtern am Ende die klügsten von allen sind. Dann wird klar, dass auch "Viel Lärm um nichts" uns hinter der Komödie noch viel über die Welt erzählen kann.

Shakespeares turbulente Komödie in einer neuen Fassung des Dramaturgen Brandon Larch – mit einer herzzerreißenden Ironie auf Liebe und falsch verstandenen Stolz – reduziert das umfangreiche Personal des Stücks auf 3 Damen und 9 Herren und ist mit seiner stringenten Bearbeitung gleichzeitig nah am Original wie sprachlich zeitgegenwärtig. Ein höchst kurzweiliges Vergnügen – oder, wie Wachmann Holzapfel es formulieren würde: Das Objekt sollte dringendst von einem Anrührer exanimiert werden!

Das Ehepaar Finidori besucht ein anderes Ehepaar am Abend.  Durch ein Versehen geschieht dies allerdings einen Tag zu früh. Beide Männer sind Astrophysiker und an sich geht es um die Frage, ob der Hausherr Henri seine Karriere durch seinen Gast Hubert protegieren lässt. Was sich daraus an Konfrontationen und wechselnden Koalitionen entwickelt bzw. entwickeln könnte, wird auf der Bühne in drei „Versionen“ (so der Originaltitel) durchgespielt. Wenn sich nur einige Akzente in den Konstellationen verschieben, kann dies schon den Verlauf eines ganzen Abends verändern – und auf die eine oder andere Art lässt so jeder seine Maske fallen …
 
Regie Achim Enchelmaier
Henri Michael Rahms
Sonja Claudia Hermann
Hubert Armin Gosch
Ines Miriam Staudacher

Die "Dinner-Krimi" Aufführungen gehen weiter, mit einer neuen Produktion: Mord à la carte: „Bar jeder Vernunft” von Madeleine Giese

Kurzbeschreibung: Die ‚Bar jeder Vernunft’ - benannt nach dem Motto des Barbesitzers: Beamte dürfen nichts annehmen, noch nicht einmal Vernunft – ist die Stammkneipe der örtlichen Finanzbeamten. Ins vertraute Kollegenteam, einander in Spöttelei und Widerborstigkeit aufs Schönste verbunden, mischt sich eine neue, superhübsche und ehrgeizige Kollegin. Leider bleibt sie allen freund- und leidenschaftlichen Avancen gegenüber kalt. Kein Wunder, denn sie ist ein Spion der Landesbehörde, geschickt um die Effektivität der Filiale zu überprüfen und zu steigern. Als sie eine blaue Mappe anlegt, um den Schlendrian zwecks Meldung ‚nach oben’ zu dokumentieren, kommt es, wie es kommen muss … Bühne frei für: Mord!

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Copyright © by Michael Rahms, Januar 2017

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